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#freiheit

Salz in den Haaren

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Salz in den Haaren | story.one

Angenehme Kälte umgibt meinen Körper, als ich ihn im Wasser zurück lehne. Die Sonne scheint in mein Gesicht und kitzelt meine Nase. Der Geruch von Salzwasser und Sommer liegt in der Luft.

Wärme. Freiheit. Sehnsucht.

Mein Herzschlag beruhigt sich, nachdem mein Körper sich an die Temperatur des Meeres gewöhnt hat. Ruhe durchzieht mich. Entspannung.

Ich richte mich auf, mit Salz in meinem Haar und der Meeresbrise im Gesicht.

Keine Sorgen im Kopf. Sie rutschen weit nach hinten, die Alltagssorgen.

Nur im hier und jetzt sein, allein, ohne fremde oder bekannte Menschen.

Ruhe, bis auf das Rauschen der Wellen und demSchreien der Möwen.

Was ist es nur mit dem Meer, dass es trotz seiner unendlichen Weite und Brutalität doch das Gefühl von Freiheit vermittelt? Der Blick in die Ferne, ohne ein Ende auch nur erahnen zu können.

Freiheit.

Für jeden bedeutet sie etwas anderes. Die einen nennen es Freiheit, dass sie ihren Beruf selbst wählen können, ihren Partner. Aber ist es das? Alles ist so festgefahren. So verplant.

Du musst zur Schule gehen, um gute Noten zu schreiben, um einen guten Job zu finden, um Geld zu verdienen und deine Familie ernähren zu können. Du musst einen Partner finden, am besten sofort den richtigen, um eine Familie zu gründen, Kinder zu bekommen und ein Haus mit Garten zu kaufen. Und dann nennen wir all das ein erfülltes Leben.

Für viele mag es das sein und das ist auch vollkommen in Ordnung. Doch für mich fühlt es sich an wie Gefangenschaft. Natürlich werden wir im Normalfall nicht zu all dem gezwungen, doch es wird auch nicht toleriert, wenn wir einen anderen Weg einschlagen.

Und so lehne ich mich ein weiteres Mal in das laue Wasser zurück, die Ohren unter Wasser und das einzige Geräusch ist die Musik des Meeres. Und für diesen einen Moment fühle ich mich vollkommen frei. Mit Salz in den Haaren und der Brise des Meeres im Gesicht.

© Michelle Berger 2021-10-13

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