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#vergangenheit#traurigkeit#zusammenleben

Eine Zeit, die bleibt der Erinnerung fern.

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Eine Zeit, die bleibt der Erinnerung fern. | story.one

Es ist ein regnerischer Tag, der Himmel lässt grau zu und die Wolken verfärben sich, es lässt sich Perlen spülen und den Horizont fluten. Über mir wird es dunkel und der Horizont lässt keine Türen offen, um nicht entstehende Fragen beantworten zu müssen! Nicht darüber zu erfragen, wäre gleichzusetzen, nichts zu erfahren in etwa, als würde ich nachfragen, ohne etwas gesagt zu haben, um dann als Widerruf auf eine Antwort zu hoffen, die ich niemals erhalte? Ich höre aber, um sehen zu können, dass ein tobender Krieg im Gefecht vielerlei Opfer lässt. Also halte ich inne und denke an all die Zeit dieses Lebens. Eine Welt, die der Zeit ihre Andacht schenkt, die Zeiten anhält, einem jedem Wesen im Leben den Stempel fürs Leben aufdrückt, um im Leben leben zu dürfen, um dann weißer Jahre zugegen und wieder träumen zu können. Einige Orte erzeugen die prägendsten Merkmale, eine Art Richtungsweiser, mal öfter und mal weniger zum Vorschein kommend. So viele Wege, viel zu wenige Abzweigungen, zu viele Ausflüchte, für Ausreden bleibt keine Zeit, also verlauf dich nicht! Über mehrere Wege mit unschöner Kulisse und Treiblasttage, diese musste ich auf mich nehmen, bis ich vor Ort und meiner Heimat Gehör fand. Die Anschrift zur Heimat ankert tief verborgen, also folgt nur ein Bruchweg, denn einer der letzten Umwege, der die Heimat zum letzten zu Ende führt, war dieser Weg! Ich stehe vor ihr und öffne sie, es ist die Tür zu meinen Prägenden Räume, es ist nur ein Raum voller Zeit und Bilder intensiver Eindrücke. Ich greife nach dem Türknauf und öffne sie, ich sperre sie weit auf, kann es sehen, alles vergessene scheint im schönsten Realismus meiner Gedanken am Leben zu sein. Dort, an jenem Ort meiner Zeitweise, in Lebenstehender Akzeptanz, genau dort sehe ich mich wieder stehen. Ich sehe kleine spielende Kinder, eine junge Mutter mit ihren drei Kindern, sie singen und lachen, diese Mama, sie sitzt auf einer Bank und schaut den Kindern beim Spielen zu. Ich vernehme großes Gekicher, ich drehe mich um, als ein Frosch umherspringt, eine schöne und für die Kinder sorglose Welt. Es wird Zeit, diese Tür zu schließen. Ich öffne nun die Tür am Ende des Korridors. Ich kann eine Person sehen, sie sieht verzweifelt am Himmel den Sternen zu, das Leben möchte diese hinter sich lassen, denn zu viel von aller Last trägt sie auf ihren Schultern. Der Ohnmacht verfallen, fällt sie zu Boden und starrt nun zum Himmel: Sie würde sich nur schwer schließen lassen, habe ich mir sehen lassen, deswegen gehe ich aus diesem Raum und öffne die letzte Tür, die zwischen den anderen steht. Ich sehe eine magischweisende Küche voller fliegender Zutaten und glitzernder Rezepturen, scheinheilig leuchtende Glücksrezepturen, die nur darauf warten, zum Leben gebacken zu werden, aber auch weinend umherfliegende kleine Seelen, die vergebens versuchen, ein Rezept zu erhaschen. Es sind traurig ausgemusterte Zensuren, und dieses etwas Magische brauchen wir nicht. Wer möchte schon aussortiert werden?

© Marius Gralla 2021-10-13

Depression - die Traurikeit in dir Der eigene Rucksack

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