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#bücher#soistdasleben

Buchverfilmung

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Buchverfilmung | story.one

Sollte ich jemals ein Angebot für eine Verfilmung eines meiner Bücher finden, weiß ich nicht, ob ich einwilligen würde. Gut, der Gedanke an sich ist sehr ambitioniert, aber man soll ja groß denken. Und wenn es eines Tages so weit sein sollte, will man ja vorbereitet sein. Es ist sicher eine Ehre, wenn ein Produzent auf mein Buch aufmerksam wird und darüber nachdenkt, es durch einen Film auf die Leinwand zu bannen. Würden so doch viel mehr Menschen erreicht als nur durch das Buch. Lesen kostet Zeit und man liest allein, Kino oder Fernsehen geht wesentlich schneller und gerade Kino ist ja auch ein guter Ort, um Freunde zu treffen.

Dennoch würde ich es ablehnen, denn bei jeder Buchverfilmung wurde ich bisher enttäuscht. Es gibt schlechte und richtig schlechten Buchverfilmungen. Bei den richtig schlimmen Buchverfilmungen habe ich mich gefragt, ob der Autor das Buch überhaupt gelesen hat. Bei den schlechten Buchverfilmungen habe ich mich gefragt, ob die Handlung derart entstellt wurde, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Mir ist klar, dass die Schauspieler nie an die Person heranreichen werden, die man sich selbst in seiner Vorstellung gezeichnet hat, aber die Handlung in einem Buch ist dargelegt.

Häufig hat der Autor sich redlich Mühe gegeben, Orte und Personen so detailgetreu zu beschreiben, dass die Fantasie kaum Arbeit hat. Die Personen und Orte wären einfach nachzubauen, zumal heutzutage technisch derart viele Möglichkeiten gegeben sind, dass es unmöglich ist, sich nicht an die Vorlage zu halten. Nehmen wir nur einmal den bekanntesten Spion der Welt. Bei seinem aktuellen Schauspieler wurde das Blau der Augen für die Plakate noch zusätzlich hervorgehoben, obwohl der Autor selbst seinem Spion braune Augen gab.

Natürlich ist es nicht möglich, einen Roman von 1000 Seiten in einem Film von gerade einmal 180 Minuten wieder zu geben, aber dennoch sollte zumindest der Inhalt der Romanvorlage folgen und Runninggags funktionieren nur, wenn die entsprechende Szene aus dem Buch auch im Film vorkommt.

Es gibt jedoch auch einen ganz besonderen Vorteil einer Buchverfilmung: Ich bekomme sofort das Verlangen, das Buch noch einmal zu lesen. Vielleicht sollte ich also doch zustimmen, wenn es einmal so weit sein sollte.

© Aroundtheworld 2021-10-13

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